Die 5 grössten Fehler beim Lesen des Ratings

Fehler Nummer eins: Man schaut nur die eigene Gemeinde an.
Sie analysieren die Position Ihrer Gemeinde im Rating und finden sich auf Platz 315 (Beispiel) der Gesamtrangliste wieder. Da insgesamt rund 1000 Gemeinden mit jeweils über 2000 Einwohnern im Rating erfasst werden, ziehen sie den Schluss, dass Sie im vorderen Drittel liegen und damit alles gut ist. Doch diese Aussage bringt Sie letztlich nicht vorwärts. Beziehen Sie desahlb andere Gemeinden ein.

Fehler Nummer zwei: Man setzt den Gemeindevergleich falsch an.
Sie schauen sich ihre Positionierung genauer an und entdecken Gemeinden die vor Ihnen liegen und andere dahinter. Nun vergleichen Sie sich mit diesen Gemeinden vor und hinter ihnen. Auch daraus können Sie leicht die falschen Schlüsse ziehen. Nehmen Sie ihre wirklichen Konkurrenzgemeinden nicht einfach nur die Nachbarn auf der Gesamtrangliste. Aber auch nicht einfach die Nachbarn, die in Ihrer Nähe liegen. Überlegen Sie genau, welche Gemeinden Ihnen gute Steuerzahler wegschnappen. Sei es Personen oder Firmen. Aus der instituionalisierten Wegzügerbefragung haben Sie ja diese Daten, oder? Sehen Sie: So wirken die Instrumente der Standortförderung zusammen ineinander.

Fehler Nummer drei: Man fokussiert auf die weniger relevante Einzelwertungen.
Bitte blicken Sie nicht wie das Kaninchen auf die Schlange wenn Sie bei der Einzelwertung „Versorgung“ nicht zu oberst liegen. Die Anzahl der Einkaufsläden und Freizeiteinrichtungen in Ihrer Gemeinde ist eher eine Resultante aller Massnahmen zur Standortförderung aber nicht deren Ursache. Hier anzusetzen hilft nicht wirklich viel. Wohnen ist zentral.

Fehler Nummer vier: Man lästert und schimpft.
Wut und Ärger, Freude und Jubel sind treibende Faktoren im Umgang mit dem Gemeinderating. Je nach Amststube überwiegt nach Erscheinen der Weltwoche zu diesem Thema mal das eine, mal das andere. „Warum sind wir in der Einzelwertung x so weit hinten? Wir haben doch y und z?“ Oft gehörte Kommentare. Sie sind nicht wirklich zielführend wenn es um die Gemeinde-Entwicklung geht. Denn einerseits stimmen die Analysen in aller Regel wirklich und anderseits muss man immer alles cum grano salis nehmen. Das wichtigste Wertungskriterium liegt ohnehin hinter der Einzelwertung „Wohnen“. Hier gilt es genau hinzusehen.

Fehler Nummer fünf: Man versucht, Dinge zu korrigieren die man nicht korrigieren kann.
Die Distanz zum nächsten Zentrum ist unveränderlich. Grämen Sie sich nicht. Hier können Sie nur wenig verändern. Jedenfalls nicht von heute auf Morgen. Geographische Distanzen sind gegeben. Hier Energien zu investieren macht wenig Sinn. Das Gemeinderating zeigt aber klar und deutlich und unmissverständlich auf, wo unsere Gemeinde auch ihre Grenzen hat.

Die Instrumente der Standortförderung

Die Zuzügerbefragung
Die Wegzügerbefragung
Das Gemeinderating
Die Gemeindehomepage
Der Netzwerkanlass für die Wirtschaft

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