Eine gelungene Fachtagung – aber einen Haken hatte sie…

Das Rahmenprogramm mit Künstler Martin O. hat nicht nur mir gefallen. Mit wem ich auch in der Pause sprach: Alle waren des Lobes voll. Aber beginnen wir von vorn. In einer Kirche in Neuenburg steigt die Fachtagung. Auf einer Bühne in buntem Blumenschmuck. Dezent und gekonnt moderiert von einer TV-Journalistin. Und zum Schluss gibt es erst noch ein Geschenk der Stadt Neuenburg. Aber ich greife schon wieder vor. Beginnen wir also  nun wirklich von vorn: Worum geht es? In einer Welt von twitternden Präsidenten stecken auch ganz kleine Schweizer „Gemeinden“ (2222 hat es noch total davon) vor echten Herausforderungen. Gleich drei nationale Verbände erkannten die Problematik und luden ein: Der Schweizerische Gemeindeverband, der Schweizerische Städteverband und die Schweizerische Konferenz der Stadt- und Gemeindeschreiber. Doch hier kommt der Haken: nur 78 Gemeindevertreter nahmen den Weg auf sich. Die Hälfte davon stammte erst noch aus den Kantonen Neuenburg und Bern (vgl. Grafik). Der Qualität des Anlasses tat es aber keinen Abbruch. Politologe Andreas Ladner wies nach, dass Schweizer Gemeinden zwar ein Selbstbild abnehmender Autonomie zelebrierten, im internationalen Vergleich aber so viel Macht haben wie in keinem Land sonst. Michael Herrmann ortetet zwar viele Delegitimierungskampagnen in Verbindung mit einer allgemeinen Zustimmungserosion bei bedeutenden nationalen Vorlagen wie Sozialwerken und Finanzvorlagen, postuliert aber keine Vertrauenskrise im Land. Christophe Chaudet vom Schweizer Fernsehen diskutiert den moralischen Hygienismus in der Schnittstelle zwischen Legalität und unerfüllten Moralansprüchen, der von Journalisten mehr und mehr zelebriert werde. Und all das fasst Künstler Martin O. in Pausen jeweils glänzend zusammen. Mir hat der Anlass viel gebracht. Nicht nur wegen der Gespräche und dem wirklich sehr feinen Apéro Riche. Ich denke es würde sich auch für viele Gemeindevertreter lohnen, sich einen Tag abzusetzen und mal einfach tanken zu gehen. In zwei Jahren gibt es die nächste Gelegenheit. Sobald ich das Datum weiss, teile ich es hier mit.

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