Keine Gemeindefusion bei fehlendem Personal

Immer wieder höre ich man soll fusionieren, wenn man keine Leute mehr findet, die den Job des Gemeinderates machen wollen.
Das finde ich kurzsichtig.
Es kann doch gut sein, dass das ein vorübergehendes Problem ist. Fusion aber ist endgültig. Ich kenne jedenfalls keine Gemeinde, die sich aus einer Fusion hinterher wieder losgelöst hat.
Nur weil man im Moment niemanden hat fürs Amt soll man noch lange nicht aufgeben, finde ich. Warum? Weil ich denke, dass eine Fusion niemals aus der aktuellen Not heraus geboren werden soll. Weil eine Fusion weitreichende Auswirkungen hat, sollte sie wirklich gut überlegt sein. Wenn ein Gemeinderat fehlt sind zuerst viele andere Massnahmen zu prüfen bevor kopflos fusioniert wird. Es gibt viele Möglichkeiten. Reduktion der Anzahl Gemeinderäte, Neuverteilung der Kompetenzen zwischen den Gemeinderäten und der Verwaltungsbehörde, bessere Entlöhnung von Gemeinderäten, Überprüfung der Pflichtenhefte und Schaffung von professionellen Rekrutierungsunterlagen, Beizug von Gemeinderäten aus einer Nachbargemeinde (Analog Verweser-System bei Pfarreien), oder die Zusammenlegung von Gemeindeaufgaben mit anderen Gemeinden. Eine Gemeindefusion hingegen soll ein aktiver Akt sein. Keine Nothandlung. Es kann gut und gern Sinn machen, Gemeinden zu fusionieren. Dann nämlich, wenn die Standortfaktoren zum Wohnen und Arbeiten nach dem Zusammenschluss besser werden. Zum Beispiel weil sich Synergien bilden. Doch dafür braucht es umfassende Abklärungen und es braucht auch eine begleitende Kampagne der Kommunikation. Sonst besteht die Gefahr, dass aus seriösen Vorarbeiten hinter den Kulissen demokratische Scherbenhaufen werden.

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