Warum die Identifikation mit der Gemeinde kaum so rasch kleiner geworden ist

Umfrager haben es nicht leicht. Tore schiessen und punkten können Sie kaum. Treffen sie meine Erwartung, gähne ich: „das hätte ich denen gleich sagen können.“ Andernfalls schüttle ich nur den Kopf: „da kann doch was nicht stimmen!“
So wie jetzt. „Schweizer identifizieren sich weniger mit Ihrer Gemeinde“. Steht in der Aargauer Zeitung zuoberst am 25. November 2017. Nur noch 25% fühlen sich zugehörig. 56% waren es zwischen 04 und 11. Somit ein markanter Absturz.
Um plausibel zu wirken müsste eine solch starke Abwärtsbewegung irgendwie manifestiert sein. Handeln Gemeinden plötzlich anders als noch vor wenigen Jahren? Ist die kommunale Ebene plötzlich so sprunghaft negativ geworden? Und das als Flächenbrand? Oder hat die Schweiz als Symbol der Identifikation vergleichsweise dermassen zugelegt? Ist es eine Quittung für gute Arbeit von Parlament und Bundesrat in jüngster Zeit. Eines ist sicher: Gemeindebehörden sind gut beraten, ihre Bürger in weitreichenden Entscheidungen von allem Anfang an einzubeziehen. Um dies zu schaffen, braucht es einen stetigen Kontakt und Austausch. Es genügt nicht mehr, nur dann an die Bürger zu gelangen, wenn man ein Ja will für Vorhaben und Projekte. Der moderne Bürger ist weniger obrigkeitsgläubig als früher und stärker ausgerichtet auf Dienstleistungsqualität. Er will einen konkreten Mehrwert für seinen Steuerfranken sehen.
Das Umfrageergebnis ist krass und sicher hinterfragbar. Einen positiven Anstoss daraus nehmen kann aber sicher nicht schaden.

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